Eine Türe fiel ins Schloss. Es war dunkel. Nur ein paar
Sterne und der halbe Mond schimmerten vom Himmel. Die Häuserfassaden
malten gespenstisch zerrissene Gesichter aus holen, ausgemergelten Wangenknochen
und tiefen schwarzen Augen, die ins Jenseits blickten. Leise pfiff der Wind,
der sich in die Häuser krallte, als suchte er nach Essbarem. Eine Frau
ging auf der Straße. Niemand war außer ihr zu sehen. Kleine Pfützen
glänzten fahl auf dem Pflaster. Sie ging in Richtung der kleinen Brücke,
die etwas außerhalb des Stadtteils lag. Nur vereinzelt waren die Häuser
beleuchte, die ihr den Weg säumten. Ein leises Quietschen jammerte aus
einer Gasse, die sie gerade durchquert hatte. Mit jedem Schritt den die Frau
tat, schien es dunkler zu werden.
Die nächtliche Kälte zog an ihrer Kleidung und sie beschleunigte
ihre Schritte. Ein Platschen ertönte hinter ihr. Die Gasse machte eine
Biegung und führte von den Häusern weg. Die Luft begann nach dem
Fluss zu riechen. Es ertönte wieder ein Geräusch hinter ihr. Jetzt
hatte sie es auch gehört und drehte sich schnell um.
Nichts. Die Frau konnte nichts sehen. Sie ging weiter. Im schwachen Schein
des letzten Hauses huschte ihr ein Schatten hinterher, der mit den Bäumen
und Häusern verschmolz.
Neben ihr knackte das Gesträuch und es raschelte. Noch ehe sie reagieren
konnte stand ein schwarzer Schatten vor ihr. Groß und mächtig wie
eine Statue. Die Frau wollte sich umdrehen und davon lauf, doch ein fester
Griff riss an ihrer Kleidung. Das Opfer versuchte sich zu befreien und stemmte
sich mit aller Kraft dagegen. In Panik wand sie sich hin und her. Der große
Schatten ließ los. Die Frau strauchelte und fiel zu Boden.
Augenblicklich stand die Statue wieder neben ihr. Sie spürte einen Tritt
in den Rücken und dann einen kalten Schmerz am Hals und die Dunkelheit
wurde endlos.