Der Tag war wärmer als sonst. Ein Bauer schwitzte als er mit der Hacke seinen Garten vor dem Haus auflockerte. In dem kleinen Garten pflanzte er Kohl, Zwiebeln, Lauch, Fenchel und Gurken. Außerdem wuchsen dort etliche Kräuter wie Rosmarin, Pfefferminze, Salbei und Thymian. Dieser kleine Garten war ein wichtiger Bestandteil seiner Küche, denn viel blieb ihm nicht von dem was er auf dem Feld pflanzte. Sein Herr bekam das Meiste und vor ein paar Tagen waren es seine letzten beiden Schweine gewesen, aber zum Glück hatte er noch zwei Kühe.
Gerade wischte der Bauer mit seinem Hemdsärmel den Schweiß von der Stirne, als er jemanden auf den Hof zukommen sah.
Der Wanderer war noch weit weg und der Bauer dachte sich:
"Ach, der Strolch wird wo anders hinlaufen und kommt nicht zu mir."
Als der fleißige Mann in dem kleinen Garten damit beschäftigt war das Unkraut zu zupfen hörte er eine gellende Stimme:
"Zum Gruße Bauer oder Knecht, sag wer hat das Sagen hier?"
Während der Arbeit hatte der Bauer vergessen, dass er vorhin eine Gestalt erblickt hatte und fuhr deshalb bei dem groben Ton zusammen.
Verärgert blickte er von seinen Krautköpfen auf.
"Was stört ihr mich bei der Arbeit!"
"Ei, Ei ... er arbeitet. Ihr werdet es nicht glauben, aber ich auch!"
Der Wanderer hatte ein hämisches Grinsen auf den Lippen.
"Arbeit macht frei. Also seid ihr wohl so frei und würdet ihr meinen Hof verlassen!"
Der Bauer traute dem Wanderer nicht, dessen Kleidung mehr aus Lumpen als ganzen Stoffen bestand.
Nun öffnete der Fremde seinen Mund mit den endlosen Zahnlücken und verzog es zu einer Grimasse.
"Nicht doch, ich habe Hunger und Durst. Könnt ihr mir was geben?"
"Ja, du Lump ich geb dir das!"
Verärgert holte der Bauer mit der Hacke aus und schlug nach dem ungebetenen Besuch, der hinter dem Zaun einen kleinen Sprung zurück machte. Die Hacke hatte aus dem klapprigen Zaun eine Latte gelöst, die dem Wanderer entgegen fiel.

Teil 10