"Wo ist denn meine Seite?" sie kroch zu ihm und er spürte ihre warme Hand an seinem Nacken."
Sebastians Nackenhaare stellten sich auf und er versuchte sich zu konzentrieren. Ihre Hände streichelten seinen Hals.
"Willst du mir keinen Gutenachtkuss geben, mein kleiner Frauenschwarm!" flüsterte sie in sein Ohr während sie damit begann es zu küssen."
"Du bist vielleicht'ne Nummer! Wenn du so weiter machst raubst du mir all meine Sinne!" laut atmete er aus.
Sie stoppte mit ihren Küssen und stützte sich auf seiner Brust ab, während sie in seine Augen blickte.
"Küss mich! Vielleicht bin ich dann brav!" langsam näherte sie sich mit ihrem Gesicht, das wie eine zarte Blumenwiese duftete.

"Warum können wir das nicht so machen?" er wedelte mit seinen Papieren in der Luft umher.
"Okay willst du eine ehrliche Meinung hören?"
"Ja, bitte!" er ging einen Schritt zurück.
"Deine Story ist langweilig! Wer interessiert sich schon für ein behindertes Kind, das in irgendeinem Heim ... weiß Gott wo untergebracht ist!" Der Mann in gepflegter Kleidung hob die rechte Hand, als wolle er sich für diese Tatsache entschuldigen
"Was!" Sebastian trat jetzt ganz nah zu dem Mann und ballte seine Hand zur Faust.
"Meine Geschichte ist gut. Die Leser wollen solche Sachen lesen. Und außerdem ist die kleine ein wunderbares Mädchen!" sagte Sebastian wütend.
"Okay, dann adoptier sie doch, wenn sie keine Eltern mehr hat. Deine Geschichte ist Müll! Du musst dich anstrengen sonst fliegst du!" bekam er als Antwort.
Sebastian ging aus dem Zimmer, aber bevor er die Türe schloss drehte er sich noch einmal um.
"Und was soll ich dann für einen Scheiß schreiben?" fragte er erbost.
"Geh zum Michael der recherchiert an einer Brandstiftung!" sagte sein Vorgesetzter.
"Brandstiftung, wie spannend!" Sebastian warf seine Arme in die Höhe, als wollte er jubeln.
"Warum nicht spannend. Sind doch ein paar Leute drin verkohlt!" sein Chef winkte ihn raus.
Sebastian hatte einen Brechreiz im Hals und hätte am liebsten die Tür zu Sägemehl verarbeitet, aber nachdem er bei der Zeitung ganz gut verdiente riss er sich zusammen und ging mit knirschenden Zähnen zu seinem Kollegen.

 

 

Teil 11