Er stieg aus.
"Hallo Frauenschwarm!" Sie stellte das Rad an einen Baum und hüpfte
auf ihn zu.
"Hallo Johanna!"
Johanna umarmte ihn stürmisch, als hätte sie ihn seit längerem
nicht mehr gesehen.
"Bekomme ich einen Kuss von dir?" sie blickte zu ihm hoch
"Wenn das Fahrrad eingeladen ist! Bring es her."
Sie boxte ihm in die Seite.
"Hier!" sie rollte ihm ihr Fahrrad entgegen.
"Und?" fragte er
"Mach schon rein, Flügel hat es keine!" forderte sie ihn auf
"Du hast auch keine Flügel sondern eher Hörner!" antwortete
er während er die Sitzbank umlegte.
Er legte das tropfende Fahrrad vorsichtig hinein und band mit einem Seil den
Kofferraumdeckel zu.
"Brav Bastel!" Johanna tätschelte seinen Kopf, als er in der
Hocke saß, um das Seil zu verknoten.
"Steig ein du kecke Gurke!"
"Nein, ich will erst einen Kuss, sonst fahr ich nicht mit ... und dann
kannst du auch gleich wieder mein Rad ausladen!"
"Okay!" Er beugte sich nach unten.
Stürmisch küsste sie ihn auf den Mund, während sie seinen Kopf
umklammerte. Sebastian spürte ihre weichen Lippen, ihre Zunge, die langsam
in seinen Mund kroch und ihre weiche Nase, die sanft gegen seine drückte.
Seufzend ließ sie ihn wieder los.
"Und wo gehen wir hin Frauenschwarm?" fragte sie neugierig
"Ein Chinese, wenn es dir recht ist."
"Ja, aber nur unter der Bedingung, dass wir mit Stäbchen essen und
ich bei dir wieder übernachten darf!"
Sie gingen um das Auto und stiegen ein.
"Du willst bei mir wieder übernachten? Warum? Ist dir deine Studentenwohnung
zu klein?"
"Frag nicht! Willst du nun chinesisch Essen oder nicht?" würgte
sie seine Fragen ab.
"Du bist ganz schön anstrengend!"
Er fuhr los. Johanna schielte aus den Augenwinkeln zu ihm herüber. Sie
betrachte sein Seitenprofil und seufzte unhörbarleise.