"Wie schmecken dir die Nudeln?"
"Sind vielleicht etwas scharf." er räusperte sich.
"Lass mal probieren!" Sie sperrte ihren Mund wie ein kleiner Vogel
auf, der gefüttert werden wollte.
"Aber du musst schön kalt blasen, sonst verbrenne ich mir meinen
zarten Mund!"
Sebastian durchwühlte etwas umständlich die Nudeln, dass er größere
Brocken auf seine Stäbchen bekam. Er hielt inne und sah seine Begleitung
an, wie sie mit geschlossenen Augen weit den Mund geöffnet hatte. Seine
Blicke streifen über ihr schönes Gesicht.
"Zarter Mund? Du meinst wohl vorlauter Schnabel!" sagte er herausfordernd
"Was!" schnell schloss sie den Mund und sah ihn mit funkelnden Augen
an.
"Hm ... kein Hunger mehr?" Er reichte ihr die Stäbchen mit
einem Karottestreifen, etwas Hühnerfleisch und Nudeln.
"Nö! ..." Sie verschränkte ihre Arme vor der Brust.
"Gut, darf ich bei dir was probieren? Wie schmeckt dein Essen? Ist es
auch so scharf?" fragte er.
"Ach mein armer Bastel! Ist deine Zunge nicht feuerfest. Das nächste
mal bestelle ich für dich einen Teller frittierte Bananen!" antwortete
sie ihm ironisch.
Grinsend lehnte er sich in seinem Stuhl zurück. Das Holz knarrzte etwas.
"Wie gefallen dir die Lampen hier?" er blickte sie wie eine Tochter
an.
"Viel zu Dunkel, obwohl, dann sieht man deine Falten im Gesicht nicht
so!" erwiderte sie mit kühler Miene.
Sebastian verzog erst leicht seine Lippen und begann dann laut zu lachen.
"Mach schon den Schnabel auf!" er hielt ihr wieder die Stäbchen
hin.
Die Frau in dem hellgrauen Pullover musste auch kichern und öffnete dann
ihren Mund.
"Hm, schmeckt gut ... aber ich finde es auch etwas zu scharf."
Beide probierten kreuz und quer und ließen sich dann vom anderen füttern.
Als Nachtisch aßen beide frittierte Bananen, weil Johanna seiner verbrannten
Zunge etwas Gutes tun wollte, wie sie meinte.