Die dicke Luft und der dünne Nebel, der ihre Kleidung mit nasser Zunge befeuchtete, umgaben sie. Sie wollte sich nicht in das nasse Gras setzten obwohl sie müde wurde und ihre Beine langsam weh taten. Das braunhaarige Mädchen flüsterte immer häufiger zu sich:
"Luise, geh doch noch bis zum nächsten Baum ... ja, zu dem ganz großen mit den kahlen Ästen ... da steht bestimmt eine Bank, auf der ich mich ausruhen werde."
Die Stunden verstrichen und ihre Müdigkeit war so groß, dass sie beschloss ihre Schuhe auszuziehen, da sie der kühle Boden wach hielt. Sie ging ein wenig schneller, weil der Nebel dicker und ihr bunt besticktes Hemdchen feuchter wurde.
"Aua!"
Sie spürte in ihren klammen Füßen einen stechenden Schmerz. Ohne inne zu halten überlegte sie:
"Was ist es denn für ein Fuß der mir weh tut? Der Linke! Und jetzt stell ich mir vor der Schmerz wäre im Rechten und hätte aufgehört mich zu ärgern!"
Das Mädchen strich sich die Feuchtigkeit von der Stirn, die gesammelt immer wieder in ihre braunen Augen tropfte.
Luise stand auf einer Anhöhe und blinzelte. Nicht wegen der Feuchtigkeit, sonder weil sie ein Licht vor sich sah. Sie ging den Hügel hinab auf das Licht zu und stand dann vor einer Mauer mit einem großen Spalt, aus dem die Helligkeit heraus flutete. Die Öffnung war so groß, dass eine Elefantenherde sich nicht dünn machen musste.
Luise begann zu lachen, als sie sich vorstellte wie eines der großen grauen Tiere sich durch ihre Wohnzimmertüre hätte zwängen müssen, und wie die Trompete von dem riesigen Berg zu dröhnen begonnen hätte, wenn er stecken geblieben wäre.
Ein grünes Schimmern kam heraus, das sie lockte. Luise lachte wieder, weil sie sich vorstellte, dass es eine grüne Kaugummiblase wäre, die das dunkle Gemäuer mit den seltsamen Verzierungen in den Raum dahinter blies. Sie vernahm ein durchdringendes Summen, das ihre kalten Füße noch kälter machte. Ein letzter Atemzug und sie schritt an der mächtigen dunklen Mauer vorüber, in den Lichtkegel.




 

 

Teil 2