Das Summen hatte aufgehört, und eine leichte Brise wehte ihr warme und wohltuende Luft entgegen, dass sie an ihren Haartrockner denken musste, unter dem sie sich schon einmal einen Lockenwickler verschmort hatte.
Der weiche, angenehm temperierte Boden war eine Wohltat für ihre Füße. Er sah fast wie ein Kunstrasen aus, der sich wellte und in verschiedenen Grüntönen auf einen blauen Bottich zulief, der rauschte wie ein Wasserfall.
Luise bückte sich und streichelte über die grünen Platten - in unterschiedlicher Größe und Ausrichtung. Die flauschigen Härchen kitzelten über ihre Handflächen . Sie sprach laut zu sich:
"Mich würde schon interessieren, was das da vorne für ein blauer Kübel ist der rauscht wie eine Flugzeugturbine. Aber Luischen ist ja so müde und der Boden dort vorne ist bestimmt auch nicht bequemer als hier."
Sie zog ihr feuchtes Hemdchen aus, legte es neben sich zum Trocknen, schob sich ihr Bündel unter den Kopf und beäugte im Liegen ihre linke Fußsohle, die an einer Stell leicht gerötet war.
"Wird schon wieder. Hoffentlich war das kein kleines Tier das ich da zertreten habe." dachte sie müde, bevor sie einschlief.
Sie träumte, sie säße in einem Karussell, währenddessen sie herum turnte. Es funktionierte gut, da sich das Ding nicht schnell drehte und sich das Mädchen gut abstützen konnte, aber als sie kopfüber die bunte Landschaft betrachtete, verhedderte sich ihr linker Fuß in der Kette an der ihr Sitz hing. Luise verlor das Gleichgewicht und rutschte vom Sitz. Die Drehbewegung trieb sie nach außen und schleuderte sie endlos im Kreis herum. Die Geschwindigkeit wurde immer schneller. Die kleine Wanderin strich sich durch die Haare, die wild flatterten. Sie zog einen Haarbändel von ihrem Handgelenk und band sich die Haare zusammen. Langsam versuchte sie ihr schmerzendes Bein anzuwinkeln, um mit dem gestreckten Oberkörper sich in Richtung Sitz bewegen zu können. Sie hatte das Gefühl, als würde die Kette gleich ihren Fuß abtrennen.




 

 

Teil 3