Sie erreichte mit ihren Fingerspitzen den Rand des Sitzes, tastete
weiter und zog sich nach vorne um das Bein zu entlasten. Mit ihrem anderen
Fuß drückte das Mädchen gegen die Kette und das linke Bein
war befreit. Dann ließ sie sich erschöpft fallen und fiel und fiel
und fiel.
Die Reisende öffnete ihre Augen und lag jetzt direkt vor dem blauen Bottich,
der laut rauschte. Sie starrte zurück zu der Maueröffnung die ihr
jetzt viel kleiner vorkam und auch weiter weg war.
Am Boden befand sich neben dem Brunnen eine Pfütze in die Luise tapste
nachdem sie ihr trockenes Hemdchen wieder angezogen hatte.
"Mmm. Tut richtig gut. Was hab ich nur Schlimmes geträumt, und was
mach ich hier vor dem Brunnen. Vorhin war ich doch weiter oben."
Sie planschte, wobei sie sich ihr Kleidchen ein bisschen nach oben zog.
"Besser als ein Heftpflaster das Rinnsal hier . Tut gar nicht mehr so
weh. Wahrscheinlich habe ich so schlimm geträumt, weil ich Durst hatte."
Der Brunnen hatte einen abgebrochenen Rand, über den das Wasser schwappt
und in die Pfütze tropfte. An allen vier Enden des Brunnen schoss eine
Wasserfontäne in die Höhe, um sich genau in der Mitte zu treffen.
Das Wasser rieselte glitzernd wie Schneeflocken in den großen Bottich
zurück. Das Mädchen streckte ihre Hände in das Blau, das sich
drehte wie ein Karussell. Durch die Wasseroberfläche schimmerten die
Arme von Luise jetzt grün.
"Ach habe ich einen Durst." seufzte Luise
Sie beugte sich nach vorne und trank von dem Wasser, das sie mit ihren Händen
heraus schöpfte.
Plötzlich wurde ihr schwindlig und alles begann sich zu drehen wie vorhin
in dem Karussell.
Sie griff nach dem Brunnenrand, der allerdings nicht mehr da war. Sie wankte
und sah sich in alle Richtungen um. Der Brunnen plätscherte in der Ferne
und der Ausgang der Stadt war verschwunden. Das Gefälle des Rasen wurde
immer steiler. Luise taumelte, viel hin und kullerte das Gefälle hinab
ohne eine Möglichkeit zu finden sich irgendwo festhalten zu können.