Ihr Kopf fühlte sich wie die Nebelwand an, durch die sie gegangen war. Es war ein dumpfes Gefühl und sie hatte einen bitteren Geschmack auf der Zunge. Luise öffnete die Augen und das grelle Gelb und Rot schmerzten. Sie blinzelte damit sich die Augen daran gewöhnen konnten. Die Vegetation die sie umgab, stach wie Stroh und fühlte sich genauso trocken an.
"Vorhin war es aber bequemer auf den Platten. Hätte mir doch denken können, dass in der abgebrochenen Gießkanne nur fauliges Wasser ist. Aua, tut mir mein Köpfchen weh."
Sie drückte gegen ihre Schläfenknochen und strich sich durch die braunen Haare. Das Mädchen spürte etwas weiches darin. Vorsichtig zog sie es heraus. Das rote Kügelchen sah wie eine Heidelbeere aus, die die Farbe einer Johannisbeere hatte.
"Na, Luischen riecht ja ziemlich lecker. Gibt es hier Vogelbeeren. Aua, mein Kopf schmerzt noch immer. Ich würde zu gerne ein Aspirin nehmen, aber das Beerchen sieht auch nicht giftiger aus."
Sie legte sich die Beere auf die Zunge schloss den Mund und stellte sich vor es wäre ein Karamellbonbon von ihrer Oma. Ihre Zähne bissen auf den Fremdkörper. Dickflüssig strömte die Feuchtigkeit aus, nachdem die dünne Schale mit einem Knacken nachgegeben hatte. Es schmeckte süßer als Zucker, aber war nicht klebrig sondern erfrischte ihren Gaumen. Luise drehte sich in der gelben Strohwiese umher und bemerkt, dass der Nebelschleier langsam fiel.
"Schmeckt lecker! Und ich lebe noch. Möchte nur wissen woher die rote Frucht kam?"
Sie rollte sich weiter durch das Stroh und sah jetzt die vereinzelten roten Punkte. Das Mädchen pflückte eine ganze Handvoll und steckte alle auf einmal in den Mund.
"Mmm. Schmeckt wie Himbeersaft und beleuchtet mein Köpfchen wie eine Straßenlaterne."
Luise aß sich satt an den Beeren und pflückte noch einige, um sie in ihren Ranzen zu stecken, falls sie wieder etwas beduselt vom Trinken sein sollte. Sie pflückte gerade eine rote Frucht, die genauso aussah wie die anderen Beeren als sie einen kleinen Stromschlag bekam.





 

 

Teil 5