Luise ging hinter dem Tierchen her, das trotz seiner kurzen Beine
ziemlich schnell unterwegs war. Mittlerweile hatte das Ding, das sich wie
ein Fisch bewegte, eine leicht bläuliche Farbe angenommen und machte
manchmal Sprünge in die Höhe, weshalb das Mädchen lachen musste,
da es so komisch aussah.
Sie durchquerten die Wiese, die an Luises Beinen kitzelte, weil der Wind ihr
Kleid wellte und in alle Richtungen faltete. Die kleine Wanderin hatte Lust
sich in die Sonne zu legen und in den türkisen Himmel zu blicken.
"Hey, Du kleines Ding mach mal eine Pause. Ich will mich hinlegen und
in den Himmel schauen!" rief sie dem Tier, das jetzt wie eine Kaulquappe
aussah, zu
Der Fisch drehte sich um und seine Augen wurden wieder heller.
"Nein, nicht jetzt! Ich muss dir was Zeigen!"
Luise blieb stehen.
"Ich will nicht. Du kannst schon mal vorgehen ich komm dann nach, wenn
ich Lust habe."
Das Tierchen schlich langsam zurück zu dem Mädchen.
"Liebstes Mädchen, warum willst Du dir von dem harten Stroh dein
Hemdchen durchstoßen lassen. Ich kenn einen Platz, an dem du meinst
Du wärst auf einer Wolke, wenn Du dich hinsetzt."
Luise wich zurück.
"Ich will aber nicht. Hier gefällt es mir und da bleibe ich auch!"
"Nun gut!"
Das Tierchen ging langsam mit hängendem Kopf davon und blieb dann noch
einmal stehen.
"Wenn du mein Wölkchen nicht willst, das himmlisch nach Vanillepudding
duftet und schmeckt. Dann eben nicht!"
"Vanillepudding!"
Das Mädchen hüpfte zu dem Tier und hob es auf.
"Echter Vanillepudding? Cremig und süß, weich und blubberig?"
Der Knödel linste zu der kleinen Wanderin empor.
"Na ja, ich kann nicht kochen, aber ich hab meine Puddingwolke auch nicht
gekocht. Ich habe sie gefunden in einem Baum."
"In einem Baum?" fragte Luise verwundert "Bei mir wachsen Äpfel
und Birnen auf einem Baum und in der Mitte ist ein Stamm. Wo ist denn da noch
Platz für einen Pudding?"