Das Tier lächelte und zum Erstenmal war es dem Mädchen
ein bisschen sympathisch
"Bist Du hier daheim? Wohl kaum! Du bist hier bei mir und ich zeig dir
eine ganz neue Welt. Und am Anfang zeig ich dir die Puddingwolke."
"Kann man von der Wolke essen?" wollte Luise neugierig wissen
"So viel du willst. Und das Beste daran ist, dass es eigentlich nur Luft
ist. Kein Bauchweh und keine Übelkeit, kleines Mädchen." sprach
das Tier belehrend
"Na, dann hüpf doch mal schneller kleine Kröte, ich will jetzt
Vanillepudding!"
Luise warf das Tier in die Höhe das einen Bogen flog wie ein Stein. Als
es am Boden war begann es zu hoppeln und zu hüpfen, in Richtung aus der
Beerenwiese. Die Umgebung wurde bläulicher und das Summen, das Luise
vor der Stadt gehört hatte war wieder da. Das Gras wurde flauschiger
und kribbelte wenn es Luises Beine berührte. Es war angenehm wie ein
großer Whirlpool der blubberte und streichelte. Die Intensität
der Berührung nahm zu und schließlich standen die zwei vor einem
Baum und es roch gar nicht nach Vanillepudding.
"Was ist nun mit dem Pudding? Hier wird es immer dämmriger und der
Boden fühlt sich langsam wie ein Nagelbrett an. Das Stroh von vorhin
war auch nicht härter."
"Ich sagte doch schon. In dem Baum. Du musst deine Hände auf den
Stamm legen, dann kommt die Wolke heraus."
"Ich dachte es wäre deine Wolke? Du musst deine Hände drauflegen!"
Das Tier sah Luise eine Zeit an und nickte schließlich.
"Du hast recht. Aber dann kommt ja meine Wolke heraus und nicht deine."
"Meine? Ich hab doch gar keine!"
"Genau du hast noch keine Puddingwolke - aber ich! Und ich weiß
ja nicht ob dir meine Wolke schmeckt. Ich war einmal mit einer Maus hier.
Und ich sage dir als ich von ihrer Puddingwolke probierte schmeckte diese
irgendwie nach Käse. Hat mir gar nicht geschmeckt! Und deshalb brauchst
du deine eigene Wolke!"
"Okay, einfach die Hände auf den Baum legen?"
Luise trat auf den Baum zu und dachte an einen großen Vanillepudding.
"Ich wünsche mir eine Vanillepuddingwolke lieber Baum!"
Das Mädchen legte die Hände auf den Baum. Sie hatte das Gefühl
als würde ihr Inneres in den Baum gesogen. Wie festgeklebt stand sie
da, leer im Kopf und im Herzen, bis sie einen starken Stromschlag verspürte.